New Work, New Coffee: Der Coffee Shop Effect

New Work, New Coffee: Der Coffee Shop Effekt oder warum ein Ortswechsel die Produktivität steigern kann. 

Wir kennen es alle - es ist vorzugsweise Montag, der Schreibtisch ist voll, aber so richtig in Fahrt kommt man nicht. Was da hilft ist oft eine kleine Pause, eine Tasse Kaffee oder schlimmstenfalls ein Ortswechsel, zum Beispiel in euer Lieblingskaffee. In diesem Blogpost erklären wir euch warum es manchmal sinnvoll sein kann, seinen Laptop mitzunehmen und sich einen neuen Ort zu suchen, an dem man produktiver ist. Kat Boogard von Trello nennt dieses Phänomen in dem von uns übersetzten und kommentierten Blogpost, den ihr weiter unten vollständig lesen könnt, den “Coffee Shop Effekt”. 

Ich finde den Post aus vielerlei Hinsicht spannend. Zum einen liefert er spannende, wissenschaftlich fundierte Einblicke zu einer Beobachtung, die ich von mir selbst nur zu gut kenne: Man geht an einen anderen Ort, z.B. in ein Cafe um zu arbeiten und ist auf einen Schlag wie von Zauberhand produktiver und ergebnisorientierter - und das obwohl es dort meist laut und chaotisch ist. Zum anderen gibt Kat uns Lesern einen interessanten Tip, wie wir Aspekte dieses Effekts nutzen können und sie in unseren Arbeitsalltag egal ob im Homeoffice oder mit den Kollegen im Büro integrieren können.

Die Idee ist eigentlich recht simpel: Schaue in dich selbst und überlege Dir was Dir an einem neuen Ort an dem Du produktiver bist gut gefällt und integriere es in deine Routinen. 

Besonders interessant war für mich auch die Aktualität des Posts, der schon 2018 veröffentlicht wurde, vor dem Hintergrund der aktuellen Challenges Rund um COVID 19. In Corona Zeiten habe auch ich weitestgehend von zu Hause aus gearbeitet, aber so richtig rund lief das alles nicht. Ich war oft unmotiviert, abgelenkt und habe nahezu auf einen Tapetenwechsel und nicht zuletzt auch guten Kaffee hingefiebert. Am Ende hat es sich tatsächlich bewahrheitet: Nicht nur der Ortswechsel - zurück ins Büro oder in ein Cafe mit guter Kaffeeversorgung - hat sich positiv auf meine Produktivität ausgewirkt, sondern auch schon die konkrete Absicht dies zu bald wieder zu tun. Faszinierend, oder nicht? 

Hier der Post von Kat in der Übersetzung - viel Spaß beim lesen. 

Mittlerweile bin ich peinlich vertraut mit der Flaute nach dem Mittagessen, die mindestens einmal in meiner Arbeitswoche zuschlägt.

Ich bin immer noch satt von meinem Avocado-Toast und sitze auf meinem Schreibtischstuhl - ich bin einfach bereit, hinter dem bedrohlich blinkenden Textcursor, der mich in den letzten fünf Minuten verspottet hat, etwas auftauchen zu lassen.

Was tue ich also in den Momenten, in denen ich mich vor lauter Motivation völlig aufgelöst fühle? Ich packe meinen Laptop ein und gehe in ein Café mit zuverlässigem WiFi.


Der 'Coffee-Shop-Effekt': Meine Produktivitäts-Geheimwaffe

Sobald ich dort bin - mit meinem eisgekühlten Chai Latte an meiner Seite - stelle ich fest, dass ich komplett fokussiert bin. Ich springe mit vermeintlicher Leichtigkeit durch meine To-Do-Liste. Tatsächlich schaffe ich in zwei oder drei Stunden mehr, als an einem ganzen Arbeitstag im Homeoffice.

Ich bezeichne dieses Phänomen liebevoll als den "Coffee-Shop-Effekt". Wenn ich eine schier nicht enden wollende To-do-Liste oder eine Deadline im Nacken habe, findet ihr mich garantiert in einem Coffeeshop. Ich weiß, dass diese Taktik bei mir funktioniert, habe aber vor kurzem angefangen, tiefer zu graben und über das "Warum" dahinter nachzudenken.

Hinter diesem Produktivitäts-Boost muss doch mehr stecken als Koffein, oder? Also, was genau hat es mit der Flucht aus der alltäglichen Arbeitsumgebung auf sich, die die Motivation dieses Angestellten - also mir -  in Fahrt bringt?

 

  1. Dein Gehirn steht wirklich auf das Neue

Siehst Du Dich selbst als jemanden, der mit Vorhersehbarkeit und Routine benötigt, um produktiv zu sein? Komischerweise würden Dir Wissenschaftler wahrscheinlich umgehend widersprechen.

Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn nachweislich ständig nach Neuem sucht. Ein klassischer Fall des "Shiny Object Syndroms" - ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht, Deine Augen halten immer Ausschau nach Neuem und Aufregendem.

"Der Homo Sapiens war die einzige Gruppe der frühen Hominiden, die über die ganze Welt emigrierte, was mit großen Risiken verbunden war. Ich denke, der Mensch als Spezies zeichnet sich durch Neuartigkeit und Suche nach Intensität aus", erklärt Dr. Marvin Zuckerman, Psychologe, in einem von Brenda Patoine verfassten Artikel über das menschliche Bedürfnis nach Neuheit.

Von der Evolution einmal ganz abgesehen, gibt es viele andere Dinge, die in unserem Gehirn ablaufen, wenn Wir neuartigen Reizen ausgesetzt sind. Lassen wir die Anatomie mal aus dem Spiel: Der Kern der Sache ist, dass unser Gehirn Dopamin freisetzt, wenn wir mit etwas Neuem und Aufregendem konfrontiert werden.

Vielen Leuten als "Wohlfühl Chemikalie" des Gehirns bekannt, wurde Dopamin früher selbst als eine Art Belohnung angesehen. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass es tatsächlich enger mit der Motivation zusammenhängt - d.h. Dopamin inspiriert uns dazu, nach einer Belohnung zu suchen, anstatt selbst als Belohnung zu wirken.

Die Belohnung in diesem Coffee-Shop-Szenario? Der neuartige neue Standort ist praktisch eine leere Leinwand für unsere Produktivität: eine frische, neue Umgebung, in der wir alle unsere To-Dos in Angriff nehmen können ( z.B. die Kürbiskernbrot-Stulle, die wir uns zwischendurch gönnen).

Das Abhaken unserer Aufgaben an einem neuen Ort ist eine Möglichkeit, die Neuroplastizität unseres Gehirns zu trainieren. Im Wesentlichen reagiert das Gehirn, wenn es mit neuen Reizen konfrontiert wird, indem es neue Wege und Mechanismen zur Erfüllung der Aufgaben schafft. Was uns also an einem anderen Ort für effizienter erscheinen lässt, ist, dass unser Gehirn die gleichen Aufgaben in einem neuen Licht betrachtet. Auf diese Weise befreien wir uns aus dem eingefahrenen Trott, in dem wir uns vorher befunden haben und aktivieren die Fähigkeit unseres Gehirns, über Dinge in einer neue Art und Weise nachzudenken.

Es ist klar, dass die physische Umgebung einen enormen Einfluss auf die Menge der neuartigen Reize hat, die wir unserem Gehirn zuführen. Wann ziehen wir also endlich eine richtige Hose an und verlassen zum ersten Mal seit Tagen das Haus, um in ein Café zu gehen? Unser Gehirn reagiert auf diese neue Umgebung, indem es unserer Motivation einen richtigen Tritt in den Hintern verpasst.

 

  1. Sie fallen leicht unproduktiven Routinen zum Opfer

Nachdem all das gesagt ist, gibt  es sicherlich trotzdem die eine oder andere Routine an die wir uns gewöhnt haben. Diese Vorhersehbarkeit hat etwas Tröstliches. Es ist aber auch sehr einfach in den Rhythmus von Routinen zu verfallen, die oft völlig unproduktiv sind.

Die Tatsache, dass unser Gehirn in einer bestimmten Umgebung auf ein vordefiniertes Verhaltensmuster zurückgreif, kann definitiv auch Nachteile haben - genau deshalb ist es z.B. auch so leicht, sich auf YouTube zu verlieren, wenn man an seinem persönlichen Laptop arbeitet. 

Wenn wir also das Gefühl haben, als hätten sich einige schlechte Gewohnheiten in unsere alltäglichen Arbeitsroutinen eingeschlichen, kann das Durchbrechen des Kreislaufs, sprich eine neue Umgebung, als Inspiration für neue Arbeitsabläufe und Gewohnheiten dienen.

"Umwelt-Faktoren sind bei der Gewohnheitsbildung von entscheidender Bedeutung, zum Teil deshalb, weil das Gehirn eine Umgebung hervorragend mit einer bestimmten Situation verbinden kann", erklärt Dr. Ralph Ryback in einem Artikel für Psychology Today.

Es ist unmöglich, jederzeit die 100% Spitzenproduktivität zu erzielen. Aus diesem Grund sind diese Orte der gesunden Gewohnheiten genau dann großartig zur Hand zu haben wenn es hart auf hart kommt. Dadurch, dass ich zum Beispiel in meinem lokalen Café immer so viel zu tun habe, verbindet mein Gehirn diese Umgebung jetzt mit erhöhter Produktivität - was bedeutet, dass sich der Zyklus typischerweise wiederholt, wenn ich wieder für eine Arbeits-Session komme.

Es kann jedoch von Vorteil sein, zu versuchen, sich dieses Phänomen weiter zu Nutzen zu machen. Achtet doch einfach einmal darauf, welche Produktions-Booster euch am meisten Spaß machen, wenn ihr außerhalb des Büros unterwegs seid. Vielleicht kann man einige davon auch wieder als eine Art Talisman am Schreibtisch oder im Büro platzieren.

  1. Absichten zu setzen ist wirkungsvoll

Mich hat darüber hinaus noch eine weitere Frage in diesem Zusammenhang sehr beschäftigt: War ich in einem Cafe produktiver, weil ich meine physische Umgebung verändert habe? Oder war es die pure Absicht hinter meinem Ortswechsel? War es die Absicht, dass ich dorthin gegangen bin, um zu arbeiten, die mich dazu inspiriert hat, mich tatsächlich zusammenzureißen und meine To-Do-Liste wirklich in Angriff zu nehmen?

Es stellt sich heraus, dass beide Dinge dazu dienen unsere Motivation anzukurbeln.

Wenn wir unser Arbeitsumfeld ändern, hat das tatsächlich Auswirkungen auf unser Gehirn und den Motivationsgrad. Aber es gibt auch jede Menge unserer Absicht das Umfeld zu ändern, als Teil in diesem Puzzle zu sagen.

Bevor wir durch die Tür eines Cafés gehen, haben wir dieses Gefühl vor Augen: Ich gehe dorthin, um eine Menge Arbeit zu erledigen. Wie die Autorin Lynne McTaggart in ihrem Buch "Intention: Mit Gedankenkraft die Welt verändern" erläutert, kann allein das schon kraftvoll sein. Für ihr Buch hat McTaggart in zahlreichen verschiedenen Labors und Universitäten geforscht, um zu untersuchen, wie sich die Absicht tatsächlich auf unser Leben auswirken kann

Was sie herausfand ist wirklich wichtig. Wie die Harvard Business Review berichtet, stellt William A. Tiller, ein emeritierter Professor der Stanford University, in dem Buch fest: "In den letzten 400 Jahren ist eine unbestätigte Annahme der Wissenschaft, dass die menschliche Absicht das, was wir als physische Realität bezeichnen, nicht beeinflussen kann. Unsere experimentelle Forschung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass diese Annahme für die heutige Welt und unter den richtigen Bedingungen nicht mehr zutrifft".

Kurz gesagt, die Tatsache, dass wir in ein Café gehen, mit der einzigen Absicht, unsere To-Do-Liste zu meistern, macht tatsächlich einen Unterschied.

 

Bereit für den nächsten Cafe Besuch

Auf den ersten Blick klingt es merkwürdig, dass ein Coffee Shop das Richtige ist, um unsere Konzentration und Motivation zu boosten.

Denn unser ruhiges und bequemes Homeoffice zu verlassen, um in einem überfüllten Café zu sitzen, in dem unaufhörlichen Geräusche von Kaffeemühlen und das Geschrei der anderen Kunden in ihre Handys in unserem Kopf rattern, klingt nicht intuitiv.

Es scheint einfach keine Umfeld zu sein, in dem wir produktiver sind und trotzdem klappt es jedes mal - und wie wir jetzt wissen, gibt es mehrere wissenschaftliche Gründe, die dieses Phänomen erklären.

Was also tun, wenn Ihr das nächste Mal das Gefühl habt, dass Ihr euch gerade so durch euer Arbeitspensum quält? Überlegt euch, ob ihr mit der Absicht, die Dinge zu erledigen, einfach mal den Ort wechselt (es muss ja nicht unbedingt ein Café sein!). Ihr werden wahrscheinlich überrascht sein, wie sehr es euch hilft.  

 

Über Uns:

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11 Kommentare

  • WKrgYAtm

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  • PRYMQhmDcVoeub

    uWDlLKctJU
  • Muchas gracias. ?Como puedo iniciar sesion?

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